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Das darf nicht in den Abfluss!

Das darf nicht in den Abfluss!

Tagtäglich setzen Kanalreiniger in Deutschland ihr Leben aufs Spiel, um das Abwassersystem sauber zu halten. Als Verbraucher können wir das verhindern – mit ein paar einfachen Regeln.

Das darf nicht in den Abfluss!

Tagtäglich setzen Kanalreiniger in Deutschland ihr Leben aufs Spiel, um das Abwassersystem sauber zu halten. Als Verbraucher können wir das verhindern – mit ein paar einfachen Regeln.

Ihr größtes Ärgernis: Gegenstände, die dort nichts zu suchen haben und regelmäßig für Rohrverstopfungen, kaputte Abwasserpumpen und teure Sondereinsätze sorgen.


Das Wichtigste in Kürze

  • Hygieneartikel, Küchenabfälle, Fette, Chemikalien und Medikamente gehören nicht in den Abfluss, sondern in Rest-, Bio- oder Sondermüll
  • Falsch entsorgte Stoffe verursachen teure Schäden an Rohren, Pumpen und Kläranlagen
  • Die Grundregeln gelten in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Kern gleich – nur die Begriffe für die richtige Entsorgung unterscheiden sich
  • Bei bereits verstopftem Abfluss lieber keine aggressiven Chemikalien nutzen, sondern eine Fachfirma kontaktieren

Was darf NICHT in den Abfluss – und wohin gehört es?

Die gute Nachricht: Du kannst Rohrverstopfungen ganz einfach verhindern – wenn du weißt, was nicht in den Abfluss gehört und wie du es richtig entsorgst. Denn der Abfluss ist keine Mülltonne, wie auch die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) in ihrer Verbraucherbroschüre betont.

Nicht in den Abfluss! Richtige Entsorgung
Hygieneartikel (Windeln, Slipeinlagen, Tampons, Feuchttücher, Wattestäbchen, fusselfreie Papiertaschentücher) Restmüll
Medikamente Restmüll oder Sondermüll (z. B. Zytostatika). Tipp: Viele Apotheken nehmen Alt-Arzneien zurück.
Küchenabfälle (Essensreste, Fette, Öle, Soßen, Kaffeesatz) Rest- oder Biomüll. Tipp: Bioabfälle und Kaffeesatz eignen sich perfekt für den Kompost.
Haare Restmüll
Chemikalien (Lacke, Säuren, Laugen, Reinigungsmittel) Sondermüll
Kaputte Textilien Restmüll oder besser: Sondermüll

Warum falsche Entsorgung so gefährlich ist

Wenn falsche Abfälle im Abfluss landen, verstopfen sie nicht nur Rohre, sondern können auch teure Schäden an Pumpen und Kläranlagen verursachen. Das führt zu aufwendigen Reparaturen – und im schlimmsten Fall zu einem Rückstau in deiner Wohnung.


Was darf nicht in den Abfluss – Österreich und Schweiz

Die Grundregeln, was nicht in den Abfluss gehört, gelten in Österreich und der Schweiz im Kern genauso wie in Deutschland. Was sich unterscheidet, sind vor allem die Begriffe für die richtige Entsorgung.


Österreich

Laut dem Abwasser-ABC von Kanalisationsbetreibern und der Initiative "Rund geht's" des Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverbands (ÖWAV) gilt:

  • Problemstoffe (Chemikalien, Medikamente, Öle und Fette aller Art) gehören zu den Altstoffsammelzentren
  • Restabfälle wie Windeln, Feuchttücher, Tampons oder Wattestäbchen ausschließlich über den Restabfall
  • Speisereste (ganz oder zerkleinert) gehören in die Biotonne

Schweiz

In der Schweiz regelt unter anderem der Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) die richtige Entsorgung. Die Grundregel: Nur Fäkalien und Toilettenpapier dürfen im WC entsorgt werden – alle anderen Feststoffe gehören in die Kehrichtabfuhr.

  • Speiseöle, Frittieröl, Speisefett und feste Speisereste gehören nicht in die Kanalisation, sondern zur Sammelstelle der Gemeinde
  • Wichtig: Der Einsatz von Küchenabfall-Zerkleinerern für feste Speisereste mit Entsorgung in die Kanalisation ist in der Schweiz gesetzlich verboten

Die Entsorgungsregeln im Ländervergleich


Kategorie Deutschland Österreich Schweiz
Alltagsmüll Restmüll Restabfall Kehricht
Problemstoffe (Chemikalien, Öle) Sondermüll Altstoffsammelzentrum Sammelstelle der Gemeinde
Speisereste Bio- oder Restmüll Biotonne Kehricht / Kompost
Küchenabfall-Zerkleinerer Nicht empfohlen Nicht empfohlen Gesetzlich verboten

Abfluss verstopft? So handelst du richtig

Ist der Abfluss bereits dicht, solltest du nicht zu aggressiven Chemikalien greifen – diese können Rohre beschädigen und sind schlecht für die Umwelt. Wende dich bei hartnäckigen Verstopfungen am besten an einen Installateur oder eine Fachfirma für Rohrreinigung in deiner Nähe.

Häufige Fragen


Zu den größten No-Gos gehören Hygieneartikel, Essensreste, Fette und Öle, Haare, Chemikalien und alte Medikamente.

Feuchttücher und ähnliche Hygieneprodukte lösen sich nicht im Wasser auf, sondern verklumpen und führen schnell zu hartnäckigen Rohrverstopfungen.

Die meisten Medikamente können über den Restmüll entsorgt werden, einige gehören in den Sondermüll. Viele Apotheken nehmen Altmedikamente kostenlos zurück.

Im Kern ja – nur die Begriffe unterscheiden sich. In Österreich gehören Problemstoffe zum Altstoffsammelzentrum, in der Schweiz zur Sammelstelle der Gemeinde, und in beiden Ländern gilt: Fette, Öle und Küchenabfälle haben im Abfluss nichts verloren.

Verzichte auf aggressive Chemikalien und wende dich bei hartnäckigen Verstopfungen an einen Installateur oder eine spezialisierte Fachfirma für Rohrreinigung.

Zuletzt aktualisiert am 06.08.2025.

Autorin

Nadine Diehl
Nadine Diehl

Reinigungsexpertin bei ExtraSauber

bekannt aus ZDF, FAZ und WELT


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