Einfach. Alles. Sauber.
Wie sauber darf ein Haushalt sein?

Wie sauber darf ein Haushalt sein?

Jeder hat ein anderes Sauberkeitsempfinden. Für den einen ist es noch schmutzig, wenn es für den anderen schon fast zu sauber ist. Aber gibt es sowas wie einen Hygienestandard fürs Zuhause?

Wie sauber darf ein Haushalt sein?

Jeder hat ein anderes Sauberkeitsempfinden. Für den einen ist es noch schmutzig, wenn es für den anderen schon fast zu sauber ist. Aber gibt es sowas wie einen Hygienestandard fürs Zuhause?

Staub, Sand und Erde in der Wohnung – das sieht nicht schön aus. Gesundheitsschädlich ist alltäglicher Schmutz aber selten. Im Gegenteil: Zu viel Hygiene macht krank. Wer von Kindesbeinen an keinem Schmutz ausgesetzt ist, entwickelt häufig Allergien und Asthma. Mittlerweile unternehmen Forscher sogar Versuche, Kleinkindern Schmutzbakterien aus Kuhmist zu verabreichen, um Wohlstandskrankheiten entgegenzuwirken.


Das Wichtigste in Kürze

  • Gewöhnliches Putzen entfernt bereits über 90 % aller Oberflächenkeime – bestätigt vom Umweltbundesamt
  • Desinfektionsmittel sind in Privathaushalten laut UBA, BfR und RKI übereinstimmend nicht erforderlich
  • Für die meisten Haushalte reichen drei Reiniger: sauer (Essig), alkalisch (Natron) und neutral (Spülmittel) – Scheuermilch nur punktuell bei grober Verschmutzung
  • Wie oft du putzt, bleibt dir überlassen – klare, einheitliche Regeln gibt es dafür nicht

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Auf Desinfektion kannst du verzichten

"Bei einer gründlichen Reinigung der Wohnung mit üblichen Putzmitteln werden Schmutzpartikel gelöst und mehr als 90 Prozent aller Oberflächenkeime entfernt", so das Umweltbundesamt (UBA). Antibakterielle Reinigungsmittel oder Desinfektionsmittel seien in Privathaushalten deshalb völlig unnötig. Diese belasten nur zusätzlich die Umwelt.

Zu diesem Ergebnis kommen übereinstimmend gleich drei Bundesbehörden: das UBA, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Robert Koch-Institut (RKI).


Tipps für ausreichend Hygiene

Für die meisten Haushalte reichen drei Reiniger aus, die sich in ihrer chemischen Wirkung ergänzen:

  • Sauer (z. B. Essig): löst Kalk und anorganische Ablagerungen
  • Alkalisch (z. B. Natron): löst Fett und organischen Schmutz
  • Neutral (z. B. mildes Spülmittel): für die alltägliche, materialschonende Reinigung

Bei grober, angetrockneter Verschmutzung kann zusätzlich Scheuermilch helfen – wegen ihrer abrasiven Wirkung aber nur sparsam und nicht auf empfindlichen Oberflächen einsetzen.

  • Verwende getrennte Putzlappen für Küche sowie Bad und Toilette, am besten in unterschiedlichen Farben.
  • Lasse Putzutensilien wie Tücher, Lappen und Mops nach Gebrauch schnell trocknen, da sich Bakterien bei Feuchtigkeit schneller vermehren.
  • Putzlappen häufig wechseln und bei mindestens 60 °C waschen.

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Was soll ich wie oft putzen?

Das bleibt am Ende dir überlassen. Hier gibt es keine klaren Regeln. Auch die Meinungen von Haushaltsexperten gehen auseinander. Die einen empfehlen zum Beispiel tägliches Saugen und Handtücher wechseln, die anderen einmal pro Woche. Mal wird zu wöchentlichem, mal zu monatlichem Wischen der Böden geraten. Hier darfst du auf dein individuelles Sauberkeitsempfinden vertrauen.


Desinfektion vs. normales Putzen im Überblick


Kriterium Normales Putzen Desinfektionsmittel
Keim-Reduktion Über 90 % Kaum zusätzlicher Effekt laut UBA/BfR/RKI
Umweltbelastung Gering Erhöht (Kläranlagen, Gewässer)
Nötig im Privathaushalt? Ja, regelmäßig In der Regel nein
Ausnahmen Nur bei ärztlicher Empfehlung (z. B. Erkrankung im Haushalt)

Fazit

Ein sauberer Haushalt schützt vor Krankheiten – ein übertrieben steriler dagegen kann sogar schaden. Mit den richtigen, einfachen Reinigern und regelmäßigem, normalem Putzen bist du bereits bestens ausgestattet. Auf Desinfektionsmittel kannst du im Alltag getrost verzichten.


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Häufige Fragen


Nein. Umweltbundesamt, Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und Robert Koch-Institut (RKI) sind sich einig: Desinfektionsmittel sind in Privathaushalten in der Regel nicht erforderlich und belasten zusätzlich die Umwelt.

Laut Umweltbundesamt werden bei gründlicher Reinigung mit üblichen Putzmitteln bereits mehr als 90 Prozent aller Oberflächenkeime entfernt.

In der Regel reichen drei sich ergänzende Reiniger aus: ein saurer (z. B. Essig) gegen Kalk, ein alkalischer (z. B. Natron) gegen Fett und organischen Schmutz sowie ein neutraler (z. B. mildes Spülmittel) für die alltägliche Reinigung. Scheuermilch hilft zusätzlich bei grober, angetrockneter Verschmutzung.

Wer von Kindesbeinen an kaum Kontakt mit Schmutz und Keimen hat, entwickelt Studien zufolge häufiger Allergien und Asthma. Ein gewisses Maß an Schmutzkontakt gilt daher als gesundheitlich unbedenklich bis förderlich.

Dafür gibt es keine einheitliche Regel. Die Empfehlungen von Haushaltsexperten reichen von täglichem bis monatlichem Putzen bestimmter Bereiche – am Ende zählt dein persönliches Sauberkeitsempfinden.

Zuletzt aktualisiert am 04.08.2025.

Autorin

Nadine Diehl
Nadine Diehl

Reinigungsexpertin bei ExtraSauber

bekannt aus ZDF, FAZ und WELT



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