So viel kostet eine Stunde „legales“ Putzen in Österreich
Je nach Region kostet in Österreich eine Reinigungskraft, die schwarz arbeitet, zwischen 10 und 15 Euro pro Stunde. Das ist deshalb auch der Preis, mit dem viele Nutzer rechnen, wenn sie eine Reinigung online buchen. Wie hoch der tatsächliche Preis für eine legale Stunde Putzen 2026 ausfällt, zeigt dieses Rechenbeispiel Schritt für Schritt.
Der Unterschied zwischen Schwarzmarktpreis und legalem Preis wirkt zunächst dramatisch. Der Grund dafür liegt nicht in Willkür, sondern in ganz konkreten Kostenfaktoren – vom Kollektivvertragslohn über die Dienstgeberabgaben bis zur Mehrwertsteuer.
Das Wichtigste in Kürze
- Legale Reinigung kostet in Österreich ab ca. 36 Euro pro Anwesenheitsstunde beim Kunden – bei diesem Preis macht die Reinigungsfirma noch keinen Gewinn
- Grundlage der Rechnung ist der Kollektivvertrags-Mindestlohn von 13,03 Euro pro Stunde (Lohngruppe 4, gültig seit 1.1.2026)
- Schwarzarbeit im Privathaushalt ("Pfusch") ist illegal – ohne Anmeldung besteht kein Unfallversicherungsschutz
- Legale Alternativen zur Plattformbuchung sind der Dienstleistungsscheck oder die Anmeldung als geringfügige Beschäftigung bei der ÖGK
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Rechenbeispiel: Was eine Stunde Reinigung wirklich kostet
Die Ausgangslage
Eine Privatperson möchte ihre 80 Quadratmeter große Drei-Zimmer-Wohnung reinigen lassen. Für eine Fläche dieser Größe benötigt eine routinierte Reinigungskraft etwa drei Stunden. Da die Anfahrt zur Arbeitszeit zählt, kommen realistisch vier bezahlte Stunden zusammen (je 30 Minuten für An- und Abreise).
Vom Kollektivvertragslohn zum Stundenpreis
Man rechnet mit 226 Arbeitstagen pro Jahr bei einer Fünf-Tage-Woche:
| Rechenschritt | Wert |
|---|---|
| Kalendertage | 365 |
| – Wochenendtage | 104 |
| – Feiertage | 10 |
| – Mindesturlaub (5 Wochen = 25 Arbeitstage) | 25 |
| = 226 Arbeitstage pro Jahr |
Grundlage ist der Kollektivvertrag für Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung, Lohngruppe 4 (Hausbetreuungs- und Reinigungstätigkeiten in Privatwohnungen): 13,03 Euro pro Stunde (gültig seit 1.1.2026). Bei einer 40-Stunden-Woche und durchschnittlich 4,33 Wochen pro Monat ergibt das einen Bruttolohn von 2.256,20 Euro pro Monat, der wegen Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration 14-mal jährlich ausbezahlt wird.
Hinzu kommen die Dienstgeberabgaben (Sozialversicherung, Kommunalsteuer, Dienstgeberbeitrag u. a.) von rund 30 % – das sind 681,46 Euro pro Monat.
Bruttobrutto pro Monat = 2.256,20 € + 681,46 € = 2.937,66 Euro
Brutto-Jahreskosten = 2.937,66 € × 14 Monate = 41.127,24 Euro
Kosten pro Stunde = 41.127,24 € / 226 Arbeitstage / 8 Arbeitsstunden = 22,75 Euro netto, zzgl. 20 % Mehrwertsteuer = 27,30 Euro pro Stunde
Diese Kosten sind Mindestwerte – Krankheitstage (im Schnitt 13,3 Tage pro Arbeitnehmer und Jahr), Sonderurlaub und zusätzliche freie Tage sind hier noch nicht eingerechnet.
Der Preis für den Kunden
Bei drei Stunden Reinigung plus einer Stunde Fahrtzeit entstehen vier Arbeitsstunden Aufwand: 4 × 27,30 € = 109,20 Euro Gesamtkosten. Auf die drei tatsächlichen Anwesenheitsstunden umgelegt, muss die Reinigungsfirma also mindestens 36,40 Euro pro Stunde verlangen (109,20 € / 3 Stunden) – ohne dabei Gewinn zu machen.
In diesem Preis fehlen noch: Kundenservice, Schulungen, Fahrtkosten, Reinigungsmaterial, Personalführung, Büro, Buchhaltung, Rücklagen und ein Puffer für Zeiten ohne volle Auslastung.
Mehr zum Preismodell von ExtraSauber liest du im Ratgeber Warum Reinigung bei ExtraSauber nicht teurer ist.
Was passiert bei Schwarzarbeit ("Pfusch") im Privathaushalt?
Eine Reinigungskraft ohne Anmeldung zu beschäftigen, gilt in Österreich als Schwarzarbeit ("Pfusch") und ist illegal – unabhängig davon, wie gering der Betrag ist. Wichtigste Konsequenz: Ohne Anmeldung besteht bei einem Unfall während der Reinigung kein Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung – die Kosten können in solchen Fällen auf den Auftraggeber zurückfallen.
Die legalen Alternativen
Für Privathaushalte gibt es zwei legale Wege, eine Reinigungskraft direkt selbst anzustellen:
| Modell | Geeignet für | Wichtigstes Merkmal |
|---|---|---|
| Dienstleistungsscheck | Kurzfristige, unregelmäßige Einsätze | Unfallversicherung ab dem ersten Tag, kein Behördengang nötig |
| Geringfügige Beschäftigung | Regelmäßige Reinigung | Anmeldung bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) nötig, Geringfügigkeitsgrenze 2026: 551,10 Euro/Monat |
Bei beiden Varianten wirst du als Privatperson zur Arbeitgeberin bzw. zum Arbeitgeber und musst Meldepflichten einhalten – bei der geringfügigen Beschäftigung zusätzlich Urlaubsanspruch, Kollektivvertragslohn und Sonderzahlungen berücksichtigen.
Die einfachste legale Lösung
Die unkomplizierteste Variante bleibt die Buchung einer Reinigungskraft über eine Plattform wie ExtraSauber. Du erhältst nach jeder Reinigung eine Rechnung – ohne dass du selbst zur Arbeitgeberin bzw. zum Arbeitgeber wirst oder dich um Anmeldung, Unfallversicherung oder Kollektivvertrag kümmern musst.
Häufige Fragen
Was ist ExtraSauber?
Warum ExtraSauber?
Wie buche ich eine Reinigungskraft über ExtraSauber?
Wie günstig ist ExtraSauber?
Bietet ExtraSauber einmalige und regelmäßige Reinigungen an?
Eine legale Reinigung wirkt auf den ersten Blick teurer, ist im Endeffekt aber immer günstiger und sicherer als eine Reinigungskraft schwarz arbeiten zu lassen.
Zuletzt aktualisiert am 19.08.2026.
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